Can anybody play the drums?

Liebe Leute,

diese Frage mussten wir  uns Mitte Dezember vergangen Jahres nun schon zum zweiten mal im Leben unserer kleinen Band stellen. Als Martin uns im Dezember eröffnete, dass er nun definitiv bald wegziehen würde, er uns aber so lange unterstützen würde bis ein Nachfolger gefunden sei, bekamen wir aufgrund der anstehenden Termine schon etwas Muffe. Die Zeit drängte, zum einen weil WHO - Material kein Material ist das man (um es mit der Musikersprache zu sagen) mit der linken Arschbacke runterspielt, sondern die  von der Struktur teils „ungewöhnlichen“ Songs müssen gut geprobt und eingespielt sein. Wir entschieden uns, den Gig in Worbis gemeinsam mit Martin „abzureißen“ (was super geklappt hat), uns aber gleichzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger zu machen.

Wir begannen also bald die Suche nach einem neuen Schlagzeuger und befanden uns in einer konfusen Situation: Wir probten fleißig mit Martin, um bei der Show in Worbis einen tollen Abschluss für die gemeinsame Zeit hinzulegen, gleichzeitig kamen neue Schlagzeuger vorbei, um sich vorzustellen. Bei einigen Proben spielten wir also mit zwei Drummern, was allen ein hohes Maß an Respekt, Nerven und auch Toleranz abverlangte, vornehmlich aber den beiden Hauptakteueren mit den Schlagzeugstöcken :-) Das eine Situation wie diese so professionell über die Bühne geht, ist in Musikerkreisen keine Normalität. An dieser Stelle nochmal einen großen Dank an Martin, dem seine Rolle in dieser Zeit sicherlich nicht immer leicht gefallen ist.

Es kam also Mitte Januar der Tag, der so umschrieben werden kann, wie Pete Townshend den ersten Jam mit Keith Moon umschreibt: Ein Mann in seinen besten Jahren kam herein, stellte sich als „Roland“ vor und erklärte, er habe bis vor kurzem mit der Musik sein Dasein gefristet, als Live- und Studiodrummer. Ihm wäre die Tourerei allerdings etwas zu viel geworden, er habe eine liebe Frau geehelicht, und suche nun eine feste Band, in der er reinhauen und rocken könne, die nicht 500 Gigs im Jahr spielt, und in der er sich wohlfühlt. Als er sich dann ans Schlagzeug setzte passierte das, was bei THE WHO in sicher ähnlichen Umständen Anfang der 60er Jahre passierte: Wir spielten die ersten Akkorde, und beim Einstieg von Roland kam es uns vor, als würde eine Düsenmaschine einsetzen. Es donnerte und krachte, der Mann konnte spielen was das Zeug hielt. Alle waren begeistert, auch Martin. Roland machte es ebenfalls großen Spaß und wir verabredeten, weiter zusammen zu proben, um zu sehen ob es auch dauerhaft Spaß machen würde. Das tat es, und ein paar wenige Wochen später war klar, Roland Tscherpel ist unser Mann :-)

Ihr werdet in den kommenden Wochen mehr von unser „Roland Drummaschine“ erfahren, hier gibt es schonmal einige Fotos :-) Wir können aber schon sagen, dass wir es kaum erwarten können, mit ihm die Bühnenbretter zu betreten. Er ist ein toller Schlagzeuger und ein geschätztes neues Familienmitglied unser kleinen Kapelle. Schön, dass wir ihn gefunden haben! Oder sollten wir sagen, er fand uns? Egal! Ab Anfang Juni in Erfurt geht es wieder so richtig rund.

In diesem Sinne, bis bald!
Eure Band